Mit der Reihe „ÜBER DEN KULTUREN“ immer freitagabends wollen wir ins Gespräch kommen über das Neben- und Miteinander von Menschen verschiedener Kulturen – die damit verbundenen Probleme und Konflikte, die Chancen und die Schönheit. Und auch über uns selbst hier vor Ort.
Freitag, 21.12., 20 Uhr
"Amae Runa - Handle ohne Unterstellung" (Dokumentarfilm, R: Fatime Kahveci, Kreuzberg 2006)
Mit Anwesenheit der Filmemacherin.
Freitag, 14.12., 20 Uhr
"Hamam - das türkische Bad (R: Ferzan Ozpetek, Italien/Türkei/Spanien 1997, 96min)
Francesco erbt das Haus seiner vor langer Zeit in die Türkei ausgewanderten Tante und reist nur nach Istanbul, um die Sache so schnell wie möglich zu regeln, den Besitz zu verkaufen und wieder zurückzukehren. Aber der Orient entwickelt einen mächtigen Sog für den zunächst ziemlich widerlichen Karrieristen. Er eröffnet ihm den Blick auf eine Welt mit anderen Werten, die langsam sein Leben übernehmen. Er entschließt sich das Haus der Tante, ein ehemals prunkvolles Dampfbad, zu renovieren -- Istanbul als verwunschenes Reich, in dem geheime, nicht einmal erahnte Sehnsüchte Gestalt annehmen.
Freitag, 7.12., 20 Uhr
"Gelem Gelem - Wir gehen einen langen Weg" (85min, BRD 1991)
Der Film beschreibt den Versuch einer Gruppe heimatloser Roma in der BRD, den Teufelskreis von sozialer Verelendung, Kriminalisierung, Abschiebung und illegaler Vertreibung zu durchbrechen und dokumentiert so zwei Jahre der Auseinandersetzung um ein dauerhaftes Niederlassungsrecht in der BRD. Nach einer Reihe von Versprechen, Vertröstungen und nicht eingehaltener Abmachungen, stehen die Roma dort, wo sie vor über zwei Jahren begonnen hatten. Die meisten Menschen, die die FilmemacherInnen begleiteten, wurden inzwischen von den deutschen Behörden abgeschoben. Ihre Spuren verlieren sich in den Elendsghettos Süd-Osteuropas. Ihnen ist dieser Film gewidmet.
Freitag, 30.11., 20 Uhr
"YOL - Der Weg (R: Serif Gören & Yilmaz Güney, Frankreich, Schweiz, Türkei 1982)
Der Film schildert das Schicksal von fünf türkischen Häftlingen, die eine Woche Hafturlaub bekommen: Yusuf, dessen Urlaub schon endet, bevor er richtig angefangen hat, weil er seine Papiere verloren hat; Seyit, von dem erwartet wird, dass er seine untreu gewordene Frau tötet; Mehmet, an dem selbst Blutrache verübt wird; Ömer, der beschließt, nicht wieder zurück ins Gefängnis zu gehen, weil er sich um die Familie seines ermordeten Bruders kümmern will; und schließlich Meyiut, der sich in der Freiheit genau so gefangen fühlt wie hinter den Mauern.
Der von Serif Gören in der Türkei teilweise heimlich gedrehte Film wurde von Yilmaz Güney im Schweizer Exil fertiggestellt und erhielt 1982 die Goldene Palme in Cannes.
Freitag, 23.11., 20 Uhr
"Umut / Hoffnung"
(R: Yilmaz Güney, Türkei 1970, türkisch mit dt. Untertiteln, 100min)
Der Kutscher Cabbar verläßt sein Dorf, um in der Stadt Adana sein Glück zu machen. Doch eines seiner Pferde wird von einem Auto umgefahren, er gewinnt nie im Lotto und findet auch nirgendwo einen Schatz. Als Analphabet und ungeschickt findet er sich nicht zurecht und will die Veränderungen um sich nicht wahrhaben.
1970 gelang Güney mit diesem Film der internationale Durchbruch. Vor allem in der zweiten Hälfte ist „Umut“ visionär und bedrückend zugleich, ein Werk von unendlicher Trauer und Schönheit.
In den 1960er Jahren war Yilmaz Güney als der "hässliche König des türkischen Kinos" bekannt. Noch während seiner überaus erfolgreichen Schauspielerkarriere, in welcher er auf ultraharte Gangsterrollen spezialisiert war, begann er als Regisseur zu arbeiten. Doch der kurdischstämmige Güney war nicht nur Filmemacher, sondern auch politischer Aktivist und wurde bereits 1961 zum ersten Mal verhaftet. Später sollte er den Großteil der siebziger Jahre im Gefängnis verbringen und musste seine künstlerische Tätigkeit oftmals aufs Drehbuchschreiben beschränken. Doch zuvor gelangen ihm einige zeitlose Klassiker des türkisch/kurdischen Kinos.
Freitag, 16.11., 20 Uhr
"Duvar / Die Mauer" (R: Yilmaz Güney, F 1983, türkisch mit dt. Untertiteln)
In der Strafvollzugsanstalt von Ankara wird der Zellentrakt 4 von Kindern belegt, die dort unter miserablen Bedingungen leben und niedrigste Arbeiten verrichten müssen. Um dieser Hölle zu entkommen und um in ein anderes Gefängnis verlegt zu werden, planen sie eine Meuterei...
Ein emotionaler, poetischer Film, der nicht zuletzt durch seine Bilder und Charaktere überzeugt. Im französischen Exil drehte Yilmaz Güney 1983 seinen letzten und vielleicht seinen deprimierendsten Film. Nach diesem Film wurden sämtliche Werke Güneys, darunter 11 Filme und mehrere Bücher, in der Türkei in Beschlag genommen und verbrannt.
Freitag, 9.11., 20 Uhr „Kurz und Schmerzlos" (R: Fatih Akin, BRD 1998, 95min)
In Fatih Akins Debütfilm geht es um Gabriel, einen 22jährigen Türken aus Hamburg.
Aus dem Gefängnis entlassen, hat er sich vorgenommen, ein neues Leben zu beginnen.
Doch seine besten Freunde, der Serbe Bobby und der Grieche Costa (die drei hatten
sich ewige Freundschaft geschworen), träumen von einer Karriere auf dem Kiez.
Gabriel steigt in das Taxiunternehmen seines Bruders Cenk ein und träumt von der
Eröffnung eines Strandcafés in der Türkei. Er verliebt sich in Bobbys Freundin Alice.
Bei einem Waffendeal wird Bobby erschossen. Gabriel schwört Rache.
Freitag, 02.11., 16 Uhr
"Die Reise zur Sonne"
(Türkei/BRD/NL 1999, türk./kurd. mit dt. UT, 111min)
Der Film erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen dem Kurden Berzan und dem Türken Mehmet, der wegen seiner dunklen Hautfarbe für einen Kurden gehalten wird. Ein Zufall führt die beiden jungen Männer in Istanbul zusammen. Dort arbeitet Mehmet bei den städtischen Wasserwerken, Berzan verkauft auf der Straße Musikkassetten und hofft, bald heimkehren und heiraten zu können. Durch die Verkettung unglücklicher Umstände geraten sie ins Visier der Polizei. Mehmet verliert seinen Job, Berzan sein Leben. So macht sich Mehmet auf den Weg, um seinem Freund das letzte Geleit in die Heimat zu geben. Auf der langen einsamen Reise in den Osten zeigt sich ihm ein Land, das er immer weniger versteht. Anschließend Diskussion zu den aktuellen türk.-kurd. Konflikten auch in Berlin.Gäste mit Infos und InnenPerspektiven auf die Konflikte sind angefragt.
Freitag, 26.10., 20 Uhr
„Das Fest des Huhnes" (55min, Österreich 1992)
In Walter Wippersbergers satirischer Dokumentation spüren afrikanische Forscher im Rahmen der fiktiven TV-Serie "Fremde Länder, fremde Sitten" die unbekannten Weiten Oberösterreichs und der dort lebenden Bergvölker auf.
Freitag, 19.10., 20 Uhr
„Es war uns eine Ehre“ (interkulturelle Mädchenvideogruppe; 2x30min, Berlin 2006, Formatwechsel e.V.)
Junge Frauen unterschiedlicher kultureller Herkunft produzieren ein Videomagazin zum Thema Ehre. Welche Rolle spielt das Phänomen der Ehre in den verschiedenen Kulturen, wie lebt sich Ehre im Alltag? Wie wirken sich bestimmte Ehrvorstellungen auf das Leben der Einzelnen aus. Wie hat sich der Ehrbegriff in den Kulturen verändert?
Themen u.a.: Ehre und Religion * Postkartenaktion MADONNA-MÄDCHENTREFF * Theaterstück in der „Naunynritze“ zum Thema „Würde“ * Ehre und Sexualität * Ehre und Subkultur- wie passt das zusammen? Berliner Rapperinnen und Skaterinnen sagen Ihre Meinung * Ehrenamtliche Arbeit u.a. die "Berliner Tafel" * Denken Menschen in Kreuzberg über "Ehre" anders als in Hellersdorf oder in Lankwitz?
Weitere Informationen: http://www.formatwechsel-berlin.de
Freitag, 12.10., 20 Uhr: Film und Diskussion
"Bread and Roses" (Regie: Ken Loach, GB 2000)
Maya kommt als illegale Einwanderin aus Mexiko in die USA. Als Putzfrau wird sie Teil jenes Heers von Angestellten aller Nationalitäten, die nachts für einen Hungerlohn die eleganten Hochhäuser in den Businessvierteln von Los Angeles aufpolieren.
Im Gegensatz zu ihrer Schwester Rosa, die ebenfalls in der Metropole lebt, kann Maya es nicht akzeptieren, sich schamloser Ausbeutung zu unterwerfen. Als dann noch plötzlich ein unkonventioneller Gewerkschaftsfunktionär auftaucht, beginnt ein harter Kampf gegen die entwürdigenden Verhältnisse.
Freitag, 5.10., 20 Uhr: Film und Diskussion
„Ich Chef, du Turnschuh“ (Regie: Hussi Kutlucan, D 1997/98)
Die Hauptperson von “Ich Chef, du Turnschuh” ist Dudie. Er ist Asylbewerber und hat Pech: Seine Freundin heiratet einen deutschen Elektriker, um ihre Aufenthaltserlaubnis zu sichern, sein Vorarbeiter auf der Großbaustelle droht ihm mit Rausschmiss und er hat mal wieder keinen Schlafplatz. - Doch Dudie hatte noch immer eine rettende Idee. Also schlängelt er sich als begnadeter Geschichtenerzähler durch den deutschen Illegalen-Dschungel.
Kontakt: kfm@bethanien.info